Seit 2025 kostet jede Tonne CO2 in Österreich 55 €. Für 2026 sind bis zu 65 € vorgesehen. Mit der CO2-Bepreisung Bau verteuern sich Energie und Transporte rund ums Bauen spürbar. Dennoch lassen sich Mehrkosten begrenzen. Wenn Sie früh planen, profitieren Sie doppelt: Ihre Baustelle läuft effizienter, und der spätere Betrieb bleibt bezahlbar. Denn die CO2-Bepreisung (Preis je Tonne ausgestoßenes CO2) trifft Diesel, Erdgas und Logistik gleichermaßen. Deshalb lohnt es sich, Materialflüsse, Gerätewahl und das Heizsystem jetzt strategisch auszurichten.
CO2-Bepreisung Bau: Darum betrifft es Sie
Die österreichische CO2-Bepreisung macht fossile Energie spürbar teurer. Somit steigen auf der Baustelle die Kosten für Diesel in Baumaschinen, für gasbasierte Bautrocknung und für Transporte. Gleichzeitig wirkt sie später auf Ihre Heizkosten. Zunächst schlagen Kraftstoffpreise bei jeder Lieferung zu Buche. Danach erhöhen sich Betriebsstunden von Baggern und Generatoren. Außerdem werden Trocknungsphasen kostspieliger, wenn Erdgas im Einsatz ist. Daher sollten Sie Budgets, Bauabläufe und Verträge frühzeitig darauf ausrichten.
Bei 55 € je Tonne CO2 verteuert sich Diesel um ca. 15,7 Cent pro Liter, Benzin um 17,3 Cent. Erdgas verteuert Trocknung und künftige Heizkosten. Effizienzgewinne wirken sofort.
Das spüren Sie von Baustelle bis Heizung.
Baustelle: Logistik, Geräte und Trocknung optimieren
Jeder LKW-Transport kostet nun mehr. Planen Sie Sammelbestellungen, bevorzugen Sie regionale Lieferanten und minimieren Sie Wege; klare Anlieferfenster senken Leerlauf. Auch Betriebskosten von Diesel-Baggern und Generatoren steigen, daher wo möglich auf elektrifizierte Alternativen setzen. Viele Verleihfirmen bieten elektrische Kleinmaschinen. Gerade wegen der CO2-Bepreisung Bau rechnet sich effiziente Logistik schneller. Besonders bei der Bautrocknung zählt die Systemwahl: Elektrische Kondensationstrockner oder Infrarotheizungen sind oft wirtschaftlicher und verkürzen teils die Trocknungszeiten.
Gebäudebetrieb: Heizen als Kostentreiber
Die größte Wirkung zeigt sich häufig erst nach dem Einzug. Wer 2025 oder 2026 noch auf fossile Heizsysteme setzt, zahlt dauerhaft mehr. Denn eine Gasheizung verteuert nicht nur die Anschaffung, sondern belastet das Budget Jahr für Jahr. Daher lohnt der Umstieg auf Wärmepumpen (Heizung mit Umweltwärme) besonders. Eine effiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe macht Sie unabhängiger von Preisschwankungen fossiler Energien. Außerdem profitieren Sie zusätzlich von vorhandenen Förderungen. In Städten mit Fernwärme hängt die Kostenwirkung vom Energiemix ab. Fernwärme aus Biomasse oder Abwärme bleibt von der CO2-Bepreisung unberührt, fossil erzeugte hingegen wird teurer. Erkundigen Sie sich deshalb beim Versorger nach den Quellen.
Ausblick 2026 und was ab 2027 folgt
Für 2026 rechnen Expert:innen mit 55 bis 65 € je Tonne CO2. Somit steigen die Preise für alle fossilen Brennstoffe weiter. Ab 2027 wird es dann spannend: Das EU-weite Emissionshandelssystem ETS II (Zertifikatehandel für Gebäude und Verkehr) ersetzt die nationale CO2-Bepreisung. Danach bilden sich die Preise am Markt. Folglich sind stärkere Schwankungen und tendenziell höhere Kosten möglich. Planen Sie deshalb Puffer ein, prüfen Sie Preisgleitklauseln (vertragliche Anpassungen bei Kostenänderungen) und aktualisieren Sie Ihre Wirtschaftlichkeitsrechnungen regelmäßig.
Konkrete Schritte für Bauherr:innen
Folgen Sie diesen Schritten. Kurzcheck durch Profis: Beratung anfordern.
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Kalkulationen realistisch anpassen
Beziehen Sie CO2-Kosten konsequent ein. So vermeiden Sie Nachträge und stabilisieren Ihr Budget.
- Energie- und Transportpreise mit Puffer kalkulieren.
- Preisgleitklauseln in Bau- und Lieferverträgen prüfen.
- Heizkosten über 15–20 Jahre mit steigenden CO2-Preisen fortschreiben und Varianten vergleichen.
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Baustellenorganisation gezielt optimieren
Reduzieren Sie Wege und Leerlauf. So sinken Kosten und Emissionen.
- Sammellieferungen planen und Anlieferfenster strikt koordinieren.
- Regionale Lieferanten und Gewerke bevorzugen, um Transportkilometer zu reduzieren.
- Digitale Logistik-Checks nutzen; dadurch Einzellieferungen und Wartezeiten senken.
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Heizsystem strategisch wählen
Setzen Sie auf erneuerbare Lösungen. Dadurch sinken Risiken.
- Bei Neubauten Wärmepumpen zuerst prüfen.
- Bei Sanierungen Hybridlösungen (fossil/erneuerbar) als Übergang erwägen.
- Aktuelle Förderprogramme beachten und Amortisationszeiten realistisch kalkulieren.
Zusätzliche To-dos im Projektablauf
- CO2-Preisannahmen in der Budgetplanung dokumentieren und regelmäßig updaten; dadurch bleiben Vergleichsangebote belastbar.
- Baustrombedarf, Trocknung und Gerätebetrieb separat erfassen; somit Transparenz schaffen.
- Transportketten mit Lieferanten durchgehen; anschließend Wege bündeln, Leerfahrten vermeiden und Ladegrade optimieren.
- Vertragsfristen prüfen; zugleich Optionen für energiebedingte Terminrisiken festlegen.
- Monitoring einrichten und Verbräuche wöchentlich prüfen, um zu steuern.
- Bautrocknungskonzept vergleichen: elektrisch vs. gasbasiert; zudem Trocknungszeiten und Mietkosten gegeneinander stellen.
- Technikräume, Flächen und Stromanschlüsse früh einplanen; folglich lassen sich elektrische Geräte und Wärmepumpen ohne Umwege integrieren.
- Fernwärme prüfen: Energiemix und Preismodell des Versorgers klären; danach die Wirkung der CO2-Bepreisung realistisch in die Betriebskosten einrechnen.
Fazit
Die CO2-Bepreisung bleibt. Daher steigen fossile Energiekosten auf der Baustelle und im Betrieb weiter. Wer jetzt umdenkt, spart jedoch langfristig. Optimieren Sie Logistik, wählen Sie effiziente Geräte und planen Sie die Bautrocknung bewusst. Vor allem entscheiden Sie beim Heizsystem zukunftssicher: weg von Gas, hin zu effizienten Alternativen. Somit sichern Sie Planbarkeit und Rendite, ohne Kompromisse bei Komfort und Qualität.
Quellen: wko.at, e-steiermark.com, adac.de, parlament.gv.at, bmimi.gv.at – offizielle Infos und Rechenbeispiele.