CSDDD Bauprojekte: Folgen für Planung, Verträge, Kosten

CSDDD Bauprojekte: Folgen für Planung, Verträge, Kosten

CSDDD Bauprojekte

Wer 2025 baut oder saniert, plant Grundrisse, Energieeffizienz und Budget. Doch die Lieferkette rückt nun ebenfalls in den Fokus – was CSDDD Bauprojekte zunehmend prägt. Denn die EU‑Lieferkettenrichtlinie CSDDD wirkt auf die Baubranche, auch indirekt auf private Projekte. Als Privatperson erfüllen Sie keine Sorgfaltspflichten. Dennoch werden Baufirmen, Lieferanten und Generalunternehmer künftig mehr prüfen und dokumentieren. Folglich ändern sich Ausschreibungen, Verträge, Fristen und teils auch Preise. Frühe Orientierung lohnt.

Darum betrifft die CSDDD Ihr Projekt

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD, Sorgfaltspflichten in Lieferketten) gilt seit Juli 2024. Österreich muss sie bis Juli 2027 umsetzen; betroffene Unternehmen wenden sie ab Juli 2028 an. Direkt erfasst sind Firmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Umsatz. Das betrifft viele große Bauunternehmen und Händler. KMU (kleine und mittlere Unternehmen) sind zwar nicht direkt erfasst, jedoch häufig als Nachunternehmer eingebunden. Daher verlangen Auftraggeber vertragliche Zusicherungen und belastbare Nachweise. Zudem fordert die Regelung umfassende Risikoanalysen entlang der Lieferkette.

Warum jetzt handeln? Große Bauunternehmen bereiten Prozesse und Risikoanalysen bereits vor. Dadurch fließen Anforderungen früher in Vergaben ein. Somit spüren private Projekte Änderungen, lange bevor die Pflicht ab 2028 greift.

Fragen klären: Beratung bei Unklarheiten

Prüfpflichten im Bau: CSDDD Bauprojekte im Blick

Was heißt das für CSDDD Bauprojekte, etwa beim Einfamilienhaus in Niederösterreich oder Wien? Bauen Sie zum Beispiel mit viel Holz, prüfen Unternehmen künftig genauer. Sie wollen wissen, ob faire Arbeitsbedingungen galten, ob Umweltrisiken bestehen und ob Menschenrechte beachtet wurden. Die CSDDD verlangt Bewertungen zu negativen Auswirkungen auf Menschenrechte, Umwelt und Arbeitsbedingungen. Erfasst sind die eigene Tätigkeit, Tochterunternehmen und direkte Geschäftspartner. Indirekte Partner zählen nur bei konkreten Risiken. Zudem greift die Verzahnung mit CSRD (Nachhaltigkeitsberichterstattung) und EUDR (EU‑Entwaldungsverordnung).

Omnibus‑Paket: Erleichterungen im Überblick

Die ursprünglichen Entwürfe waren sehr streng. Mit dem Omnibus‑Paket wurden jedoch Entlastungen beschlossen; für CSDDD Bauprojekte reduziert das punktuell den Aufwand. Erstens beschränken sich die Sorgfaltspflichten auf direkte Geschäftspartner, nicht auf die gesamte Kette. Bei indirekten Partnern besteht nur bei konkreten Anhaltspunkten Handlungsbedarf. Zweitens erfolgt das Supplier‑Monitoring nur noch alle fünf Jahre statt jährlich. Drittens entfällt die Pflicht, Geschäftsbeziehungen bei schweren Verstößen zu beenden; der Fokus liegt auf vorübergehender Aussetzung und Korrekturplänen. Viertens wurde die zivilrechtliche Haftung auf EU‑Ebene gestrichen und den Mitgliedstaaten überlassen. Dennoch bleibt die Grundpflicht bestehen, und Unternehmen bereiten sich weiter intensiv vor.

Was auf Bauherr:innen jetzt zukommt

Sie selbst müssen keine Berichte schreiben, doch CSDDD Bauprojekte im privaten Bereich spüren die Folgen. Ausschreibungen und Verträge werden umfangreicher. Viele Unternehmen werden in den nächsten 12 Monaten Anforderungen vorziehen und Nachweise verlangen, obwohl die Pflicht erst 2028 greift. Dadurch können längere Vorlaufzeiten bei der Materialbeschaffung entstehen, weil Lieferanten ihre Dokumentation aufbauen. Preiseffekte sind nicht ausgeschlossen. Mehr Prüfaufwand und Verwaltung kosten. Gleichzeitig steigt die Transparenz: Sie sehen besser, woher Materialien stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden.

Fünf praktische Tipps für Ihre Planung

So bleiben Sie handlungsfähig und vermeiden teure Verzögerungen. Nutzen Sie diese Hinweise gezielt.

  1. Lieferkette früh ansprechen

    Fragen Sie aktiv nach Prozessen für CSDDD Bauprojekte. Dadurch erkennen Sie, wie reif Lieferantenmanagement und Nachweise bereits sind.

    • Gespräch bereits im Ersttermin führen.
    • Um Risikoanalysen und Prüfintervalle konkret bitten.
    • Nach Ansprechpersonen und geplanten Korrekturmaßnahmen im Fall von Verstößen fragen.
  2. Auf etablierte Partner und Standards setzen

    Bevorzugen Sie erfahrene Anbieter. Zudem helfen anerkannte Zertifikate bei der Vorauswahl.

    • FSC, PEFC oder Cradle‑to‑Cradle bei Materialien prüfen.
    • Referenzen zu Projekten mit transparenten Lieferketten einholen.
    • Bei KMU Übergangspläne akzeptieren, jedoch klare Zeitachsen verlangen.
  3. Zeitpuffer und Transparenz einplanen

    Planen Sie längere Vorlaufzeiten ein. Gleichzeitig fördern klare Nachweise Vertrauen.

    • Beschaffungsfristen realistisch und früh ansetzen.
    • Vertraglich regelmäßige Status‑Updates zur Dokumentation vereinbaren.
    • Zusatzkosten transparent machen und Alternativen mit vergleichbaren Nachweisen prüfen.

Konkrete Schritte für Ihr Projekt

  1. Zeitplan aktualisieren und einen Puffer für Materialnachweise einbauen; dadurch vermeiden Sie Verzögerungen in kritischen Gewerken.
  2. Leistungsbeschreibungen um Nachweis- und Berichtspflichten ergänzen, damit alle Beteiligten klare Erwartungen haben.
  3. Im Angebot Kostenpositionen für Dokumentation, Auditvorbereitung und Lieferantenabfragen ausweisen lassen, um Vergleichbarkeit herzustellen.
  4. Zertifikate bereits im Erstauftrag beilegen lassen; dadurch sparen Sie spätere Abstimmungen.
  5. Bei Holz die angegebenen FSC‑ oder PEFC‑Zertifikate prüfen.
  6. Für kritische Lieferanten eine Ersatzquelle vorsehen; somit bleibt Ihr Projekt auch bei Korrekturplänen lieferfähig.
  7. Mit dem Generalunternehmer eine Eskalationslogik für Verdachtsfälle definieren (zunächst Aussetzung, dann Korrekturplan), statt sofortiger Beendigung.
  8. Ab 2026 Leitlinien und ab 2028 Pflichten für CSDDD Bauprojekte im Blick behalten; daher regelmäßige Updates beim Bauplaner oder der Baufirma einholen.

Fazit

Die CSDDD verändert den Bau, doch Panik ist unnötig. Für private Bauherr:innen bedeutet das vor allem mehr Transparenz, eventuell höhere Kosten und teils längere Vorläufe. Gleichzeitig steigt die Sicherheit, dass Materialien fair und umweltgerecht beschafft wurden. In den nächsten zwei Jahren klärt sich die nationale Umsetzung. Wer jetzt plant, bleibt im Gespräch mit seinen Partnern, stellt Fragen zur Lieferkette und baut Puffer ein. So bleibt Ihr Projekt verlässlich auf Kurs.

Quellen: wko.at, arbeiterkammer.at, kpmg-law.de, gtai.de, taylorwessing.com, ey.com, handwerkundbau.at, wko.at, whitecase.com

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