Sie planen ein Haus oder eine Sanierung? Dann lohnt es sich, Nullemissionsgebäude planen gleich mitzudenken. Ab 2026 setzt Österreich die neue EU‑Gebäuderichtlinie (EPBD) um. Sie legt den Pfad zu klimaneutralen Gebäuden bis 2050 fest und verändert Planung, Technik und Förderungen. Gleichzeitig bietet sie Chancen: Wer heute vorausschauend konzipiert, senkt dauerhaft Energiekosten, sichert Fördermittel und steigert den Immobilienwert. Zudem vermeiden Sie Umplanungen. Nachfolgend sehen Sie, was auf Neubau und Sanierung zukommt.
EPBD: Nullemissionsgebäude planen im Bauprojekt
Die novellierte EU‑Gebäuderichtlinie (EPBD) gilt seit 28. Mai 2024. Österreich hat bis Ende Mai 2026 Zeit, sie in nationales Recht zu überführen. Kernpunkt ist der Wechsel: Das bisherige Niedrigstenergiegebäude (Mindeststandard nach OIB‑Richtlinie 6) wird durch das Nullemissionsgebäude ersetzt. Während Niedrigstenergiehäuser noch Energiebedarf haben durften, soll der Bedarf künftig vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Daher rücken vier Bereiche in den Fokus: deutliche Effizienzsteigerung, gebäudeintegrierte Energieerzeugung wie Photovoltaik, Infrastruktur für E‑Mobilität sowie der Ausstieg aus fossilen Heizungen.
Folglich hat jede Planung heute direkte Folgen für Kosten und Genehmigung morgen. Denn Standards werden strenger, und Übergangsfristen sind begrenzt. Wer rechtzeitig vorsorgt, spart Zeit, Nerven und nicht zuletzt Geld.
Was sich bis 2026 konkret ändern muss
Fahrplan und neue Instrumente bis 2026
Zunächst erarbeitet die Bundesregierung einen Nationalen Gebäuderenovierungsplan, der bis Mai 2026 vorliegen muss. Er definiert Ziele für den Umbau des Bestands bis 2050. Außerdem werden Minimum‑Energieeffizienzstandards festgelegt, getrennt nach Wohn- und Nichtwohngebäuden. Für Sie heißt das: Was heute als „zukunftssicher“ gilt, kann in zwei Jahren bereits veraltet wirken. Danach kommen Gebäuderenovierungspässe hinzu. Sie zeigen schrittweise, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Darüber hinaus entstehen One‑Stop‑Shops als zentrale, unabhängige Beratungsstellen zu Technik und Förderung.
Konkrete Auswirkungen auf Ihr Bauprojekt
Der Kontext ist klar: 85 Prozent der heutigen Gebäude in der EU werden auch 2050 noch stehen, doch drei Viertel sind aktuell nicht klimafit. Derzeit wird nur ein Prozent pro Jahr energetisch saniert. Um die Ziele zu erreichen, müssten es 75 Prozent bis 2050 sein. Somit rollt eine Sanierungswelle auf den Markt zu. Für Neubauten gilt daher: Planen Sie bereits über den kommenden Standard hinaus. Ein Nullemissionsgebäude benötigt eine sehr gute Gebäudehülle, effiziente Haustechnik und erneuerbare Energie. Photovoltaik wird vom Nice‑to‑Have zur Pflicht. Zudem gilt: Wer Nullemissionsgebäude planen will, denkt Vorrüstungen für E‑Ladestellen früh mit. Für Sanierungen hingegen zielt die Richtlinie auf die ineffizientesten Gebäude. Verpflichtende Maßnahmen können folgen. Dennoch steigern richtige Schritte Effizienz und Immobilienwert. Brauchen Sie Unterstützung? Beratung anfordern.
So gehen Sie jetzt am besten vor
Zunächst warten Sie nicht ab, sondern handeln. Die Branche empfiehlt Kostenoptimalität (bestes Kosten‑Nutzen‑Verhältnis) statt Übererfüllung. Planen Sie Maßnahmen so, dass Nullemissionsgebäude planen wirtschaftlich bleibt und Einsparung und Investition zusammenpassen. Außerdem denken Sie Photovoltaik von Beginn an mit; nachträgliche Montage wird meist teurer. Ebenso lohnt sich die Vorrüstung für E‑Ladestationen im Neubau, da Leitungen und Anschlüsse jetzt günstig zu legen sind. Prüfen Sie Fördermöglichkeiten früh, weil Programme variieren. Schließlich rechnet sich qualifizierter Expertenrat mehrfach: bessere Planung, weniger Fehler, mehr Förderquote.
Zeitfenster und Ihre nächsten Schritte
Bald folgen Entwürfe und Fristen. Planen Sie jetzt schon mit künftigen Vorgaben.
-
Neubau zukunftssicher konzipieren
Hülle, effiziente Technik und Erneuerbare sichern: Nullemissionsgebäude planen.
- Photovoltaik von Beginn an einplanen.
- E‑Ladeinfrastruktur vorsorglich vorrüsten, Leitungswege mitdenken.
- Gebäudehülle konsequent verbessern; Details sauber planen und ausführen.
-
Sanierung strukturiert stufenweise umsetzen
Start bei Schwachstellen, dann Renovierungspass nutzen.
- Maßnahmen priorisieren: Hülle, Technik, erneuerbare Wärme.
- Kostenoptimalität beachten; Nutzen und Investition sorgfältig abwägen.
- Förderungen prüfen und Fristen einhalten, um Zuschüsse zu sichern.
-
Finanzierung und Beratung nutzen
Fördertöpfe variieren; gute Beratung erhöht die Förderquote.
- Unabhängige Energieberatung früh einbinden.
- Angebote vergleichen und versteckte Mehrkosten identifizieren.
- Abläufe koordinieren: Planung, Gewerke, Nachweise und Förderanträge.
Checkliste: Jetzt sinnvoll handeln
- Ziele und Budget festlegen; danach Varianten prüfen, die Nullemissionsgebäude mit vertretbarem Aufwand ermöglichen.
- Standort, Ausrichtung und Dachflächen analysieren, um Photovoltaik optimal integrieren zu können.
- Gebäudehülle und Haustechnik gemeinsam planen; deshalb früh Wärmeschutz und erneuerbare Energie aufeinander abstimmen – Nullemissionsgebäude planen gelingt so konsistent.
- E‑Mobilität vorrüsten: Leitungswege, Anschlusspunkte und Platz für Ladelösungen mitplanen.
- Förderlandschaft sichten und Fristen kalendern; zudem Unterlagen früh vorbereiten.
- Risiken reduzieren: Energieberatung beauftragen, Nachweise klären und Ausschreibungen transparent gestalten.
- Sanierung: Gebäuderenovierungspass erstellen, Maßnahmen priorisieren und kostenoptimal staffeln; anschließend Umsetzung in Etappen planen.
- Zeitplan realistisch aufsetzen, Puffer einplanen und Abhängigkeiten steuern; schließlich Qualitätssicherung bei Übergabe einplanen.
Fazit
Die EU‑Gebäuderichtlinie wirkt weit über 2026 hinaus. Dennoch eröffnet sie klare Chancen: Wer heute zukunftssicher plant und Nullemissionsgebäude planen mitdenkt, hält Vorgaben ein, reduziert Energiekosten und steigert Komfort sowie Wert. Gleichzeitig vermeiden Sie spätere Umplanungen und Verzögerungen. Da Entwürfe und Übergangsfristen bald folgen, lohnt es sich, Entscheidungen jetzt vorzubereiten. So bleibt Ihr Neubau oder Ihre Sanierung regelkonform – und zugleich wirtschaftlich.
Quellen: klimaaktiv.at, stadtmarketing.eu, forum-verlag.at, oib.or.at, handwerkundbau.at, wko.at, deloitte.com, tuwien.at, kwr.at