Ab 2026 verändert die CSRD im Bau die Spielregeln. Börsennotierte Bauunternehmen müssen ihre Nachhaltigkeitsleistung transparent machen – mit Daten zu Energie, Emissionen und Lieferketten. Für private Bauherr:innen, Käufer:innen und Investor:innen hat das spürbare Folgen. Banken, Auftraggeber und Baufirmen richten Prozesse neu aus. Wer jetzt klug plant, sichert Finanzierung, vermeidet Risiken und hält Fristen ein. Daher lohnt es sich, die Regeln zu kennen und Entscheidungen früh anzupassen.
CSRD im Bau kurz erklärt – so betrifft es Sie
Die CSRD im Bau verpflichtet Unternehmen, messbare Nachhaltigkeitsdaten offenzulegen. Statt freiwilliger Versprechen zählen künftig prüfbare Kennzahlen zu Energieverbrauch, CO₂‑Emissionen und Ressourcennutzung. Zudem rücken Lieferkettenstandards in den Fokus. Die Berichte folgen den ESRS (EU‑Standards für Nachhaltigkeitsberichte) und decken ESG‑Themen ab (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung). Für den Bau heißt das: Größere, börsennotierte Firmen müssen offenlegen, wie Projekte geplant, gebaut und betrieben werden – inklusive Datenqualität und Nachweisen.
Für Sie zählt der konkrete Nutzen: Wer früh Transparenz einplant, verkürzt Finanzierungswege und senkt Risiken. Klären Sie offene Punkte zeitnah – oder gleich hier Beratung anfordern.
Doch wer muss ab 2026 tatsächlich berichten?
Wer ab 2026 berichten muss – und wer nicht
Betroffen sind vor allem börsennotierte KMU – also kleine und mittlere Unternehmen mit Börsennotierung. In Österreich rechnet man insgesamt mit etwa 2.000 betroffenen Unternehmen. Konkret zählen dazu börsennotierte Bauträger und Immobilienentwickler, Baufirmen und Generalunternehmer sowie Materiallieferanten und Planer, sofern sie ebenfalls gelistet sind. Kleinere KMU können unter Bedingungen eine Opt‑out‑Klausel nutzen (Aufschub der Berichtspflicht) und bis 2028 verschieben. Allerdings hat das Folgen, etwa bei der Wahrnehmung am Markt.
Warum private Projekte konkret betroffen sind
Wer meint, nur Großunternehmen seien betroffen, übersieht die Kettenreaktion. Erstens steigt der Finanzierungsdruck: Banken prüfen stärker nach ESG‑Kriterien und bewerten klimaschädliche Materialien sowie schwache Energiestandards kritischer. Daher werden Kredite schwieriger oder teurer. Zweitens werden Ausschreibungen strenger: Größere Auftraggeber müssen Nachhaltigkeit in der Lieferkette nachweisen und kontrollieren daher Subunternehmer, Planer und Lieferanten viel genauer. Zudem verlangen sie transparente Nachweise. Drittens erhöhen lückenhafte Daten Kosten und Risiken. Wer Standards nicht früh einfordert, zahlt später drauf – und verliert möglicherweise Zeit, Zinsen und Chancen.
Welche Daten in Bauprojekten zählen
Die CSRD fokussiert in Bauprojekten vor allem auf Energie- und Emissionsdaten (Scope 1–3, also direkte und indirekte Emissionen), EU‑Taxonomie‑Quoten (Anteil ökologisch nachhaltiger Projektteile), Ressourcennutzung und Abfallströme sowie produktspezifische Nachweise zu Baumaterialien. Dazu zählen Herkunft, CO₂‑Fußabdruck und Recyclinganteile. Praktisch heißt das: Ziegelherkunft, Betonqualität und Rohrleitungsmaterialien müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Dadurch entsteht ein belastbarer Datenpfad von Planung bis Übergabe.
So setzen Sie es im Projekt konkret um
So werden Planung, Materialwahl, Baustelle CSRD‑tauglich – inkl. Finanzierung.
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Planung früh ESG‑fest aufsetzen
Beziehen Sie ESG‑Kriterien ab dem Vorentwurf ein, so vermeiden Sie Änderungen und halten Termine.
- Anforderungen in Aufgabenstellung verankern.
- Architekt:in mit ESG‑Erfahrung auswählen und briefen.
- Zunächst Energiekonzept und Materialstrategie festlegen; danach Datenerfassung in den Ablauf integrieren.
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Materialwahl mit belastbaren Nachweisen
Fordern Sie Herkunft, CO₂‑Bilanz und Recyclinganteile an.
- Zudem geprüfte Produktdatenblätter und Zertifikate sammeln.
- Alternativen vergleichen und Kosten gegen spätere Risiken abwägen.
- Lieferanten früh zur transparenten Dokumentation verpflichten.
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Baustelle und Kontrolle
Erfassen Sie Energieverbräuche und Abfallströme laufend digital.
- Messpunkte und Verantwortlichkeiten festlegen.
- Nachweise zu Lieferungen, Mengen und Entsorgungen tagesaktuell ablegen.
- Anschließend Prüfberichte konsolidieren und für Bank, Auftraggeber und Übergabe bereitstellen.
Fristen und To‑dos bis 2028
- 2026 ist das erste Berichtsjahr für börsennotierte KMU. Planen Sie Datenerhebung und Verantwortlichkeiten daher ab Projektstart ein.
- Opt‑out bis 2028 ist möglich, jedoch mit Folgen. Prüfen Sie Effekte auf Aufträge und Finanzierung.
- Ab 2027 steigen die Anforderungen in Lieferketten. Stimmen Sie daher mit Generalunternehmern, Planern und Lieferanten klare Daten‑ und Prüfprozesse ab.
- Sprechen Sie früh mit Ihrer Bank über ESG‑Standards und Nachweise. So vermeiden Sie Verzögerungen.
- Fordern Sie produktspezifische Nachweise konsequent und einheitlich ein.
- Dokumentieren Sie Energieverbräuche und Abfallströme fortlaufend. Zudem sichern Sie Belege sauber, um spätere Prüfungen zügig zu bestehen.
- Definieren Sie Kennzahlen für Planung, Ausschreibung, Bau und Übergabe; so behalten Sie Taxonomie‑Quote, Emissionen und Materialdaten im Blick.
- Fragen Sie Architekt, Baufirma und Lieferanten nach ESG‑Vorbereitung und Datenpraxis. Sonst drohen Mehrkosten, Verzögerungen und schlechtere Konditionen.
Fazit
Die CSRD im Bau ist kein Selbstzweck, sondern ein Hebel für bessere Projekte. Wer Nachhaltigkeit, Datenqualität und Nachweise früh verankert, sichert Finanzierung und Wettbewerbschancen. Gleichzeitig reduzieren Sie Risiken und vermeiden Nachträge. Daher lohnt es sich, Planer und Lieferanten jetzt auf klare ESG‑Anforderungen auszurichten und die Dokumentation aufzusetzen. So bauen Sie transparenter, sicherer und oft auch wirtschaftlicher – ab 2026 und darüber hinaus.
Quellen: icon.at, manz.at, sustainabilityand.com, bmj.gv.at, wko.at, bundeskanzleramt.gv.at, greatplacetowork.at, bdo.at, qualityaustria.com, roedl.de – ausgewählte Fachquellen aus Österreich und EU.