Österreichs Bauwirtschaft sieht endlich Licht: Die Baukonjunktur 2025/26 hellt sich vorsichtig auf. Nach Zinsschocks, teuren Materialien und strengen Kreditvergaberichtlinien (Bankregeln für Darlehen) zeigt das WIFO wieder Hoffnung. 2026 dürfte die Wende bringen. Dennoch bleibt Vorsicht klug. Wer jetzt fundiert plant, senkt Kosten und Risiken. Zudem nutzen Sie freie Kapazitäten und realistischere Angebote. Gleichzeitig sichern klare Entscheidungen Finanzierung und Termine. So verwandeln Sie 2025/26 in planbare Baujahre.
So steht die Baukonjunktur 2025/26
2025 wird nicht plötzlich stark. In der Baukonjunktur 2025/26 steckt Österreich im dritten Rezessionsjahr (Rückgang der Wirtschaftsleistung), und die Bauleistung sinkt laut WIFO um rund 0,5 %. Immerhin ist das besser als die starken Rückgänge zuvor. Der Wohnbau bleibt gedrückt. Nach –5,8 % im Jahr 2024 erwarten Expert:innen für 2025 nur leichte Verbesserungen. Ursachen sind teurere Finanzierung, hohe Baukosten und Abwarten. Eine Trendwende wird erst in der zweiten Jahreshälfte 2025 erwartet. Deshalb sind viele Handwerker:innen und Planer:innen noch nicht ausgebucht. Der Tiefbau wächst hingegen um 2,8 %, denn Infrastruktur- und Energiewende-Projekte tragen.
Wer 2025 plant, trifft somit auf verfügbare Kapazitäten und verhandelt ruhiger. Prüfen Sie jetzt Optionen und sichern Sie Termine. Außerdem hilft eine kurze Erstberatung bei der Einordnung – Beratung anfordern.
Danach lohnt sich kluges Timing besonders.
2026: Aufbruch mit Augenmaß und Chancen
2026 dreht die Bauwirtschaft laut WIFO wieder ins Plus. Erwartet wird ein Wachstum von etwa 1,6 %. Besonders der Wohnbau erholt sich nach vier Rückgangsjahren mit prognostizierten 1,5 %. Zudem legt der sonstige Hochbau, etwa Büros und öffentliche Bauten, mit 2,5 % stärker zu. Gleichzeitig lockern Kreditvergaberichtlinien langsam, und Kaufkraft kehrt zurück. Dennoch bleibt die Baukonjunktur 2025/26 eine moderate Erholung. Von den Boomjahren 2018–2022 mit teils über 4 % sind wir entfernt. Folglich zählt sorgfältige Priorisierung mehr als Tempo.
Baukosten: Stabilität statt großer Sprünge
Für Budgets in der Baukonjunktur 2025/26 zählt das Preissegment. Materialpreise stabilisieren sich oder sinken leicht. Laut Wiener Baukostenprognose steigen Kosten im Wohnungs- und Siedlungsbau 2025 um 1,5 % und 2026 um 0,9 %. Das liegt deutlich unter der Inflation. Im Straßenbau sollen die Kosten sogar fallen (–0,4 % und –0,5 %). Außerdem bleiben Lohnkosten stabiler, ein wichtiger Treiber lässt damit nach. Deshalb können Ausschreibungen (vergleichende Angebotsabfrage) im Herbst 2025 und Frühjahr 2026 deutlich realistischere Kostenvoranschläge liefern als 2023 oder 2024. Allerdings drohen Engpässe, wenn Nachfrage schneller steigt als Kapazitäten. Besonders im Hochbau verlängern Fachkräfteknappheiten Wartezeiten.
Praktische Schritte für Bauherr:innen
In der Baukonjunktur 2025/26 entscheidet Timing. Wer 2025 ausschreibt, nutzt entspanntere Märkte und Kapazitäten. Wer bis 2026 wartet, profitiert von stabileren Finanzierungskonditionen, verhandelt jedoch teils höher. Prüfen Sie Index- und Preisgleitungsklauseln (vertragliche Regeln zur Preisanpassung) fair für beide Seiten. Zudem planen Sie Losgrößen (Bündelung einzelner Gewerke) differenziert. Größere Lose können 2025 Vorteile bringen. Kleinere Spezialgewerke werden 2026 vermutlich knapper. Gleichzeitig lohnt sich die Finanzierung neu zu ordnen. Führen Sie Refinanzierungsgespräche früh. Beobachten Sie schließlich regionale Unterschiede und nutzen Sie lokales Know-how.
Ihre nächsten Entscheidungen strukturiert treffen
Wählen Sie den passenden Einstieg und arbeiten Sie strukturiert.
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Ausschreibungen richtig timen
Ausschreibungen 2025 sichern Ruhe. 2026 bringt stabilere Finanzierung, mehr Planungssicherheit.
- Jetzt Angebote vorbereiten und strukturieren.
- Termine für Herbst 2025 und Frühjahr 2026 fixieren.
- Gleichzeitig Vergleichsangebote einholen, Preisspannen sichtbar machen und Alternativen gezielt nutzen.
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Preisgleitung fair ausgestalten
Schützen Sie bei längeren Laufzeiten beide Seiten ausgewogen.
- Klauseln an sinkende Materialpreise vorsichtig anpassen.
- Index-Basis klar definieren und Prüftermine mit Meilensteinen festlegen.
- Dennoch Ober- und Untergrenzen festlegen, damit Risiken fair verteilt bleiben.
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Losgrößen clever wählen
Größere Pakete 2025, Spezialgewerke 2026 früh sichern.
- Pakete bündeln, wo der Markt entspannt ist.
- Beispielsweise Haustechnik und Ausbau getrennt planen und terminieren.
- Zudem Kapazitäten gefragter Fachkräfte früh reservieren und Alternativen vorbereiten.
Konkrete Schritte bis 2026
- Zunächst Budget aktualisieren, Reserven festlegen und Baukostenindizes prüfen. Dadurch vermeiden Sie Fehleinschätzungen.
- Danach Konditionen, Laufzeiten und Sicherheiten mit der Bank klären und Refinanzierung prüfen.
- Anschließend Planung vertiefen, Leistungsverzeichnisse erstellen und Varianten bewerten. So erhöhen Sie die Angebotsqualität deutlich.
- Parallel Genehmigungen, Boden, Energieanschlüsse und Termine absichern.
- Danach Bieterfeld breit anlegen und Vergleichbarkeit sicherstellen.
- Außerdem Verträge mit klaren Leistungsgrenzen, Terminen und Preisgleitung festlegen. Kommunikationswege und Eskalation definieren.
- Vor Baustart Logistik, Schnittstellen und Qualitätssicherung planen. Baustelleneinrichtung, Zugänge und Sicherheitskonzept koordinieren. Dadurch vermeiden Sie Verzögerungen.
- Während der Ausführung Kosten, Termine und Qualität monatlich steuern. Abnahmen früh planen und Dokumentation sichern. Somit gelingt die Übergabe ohne Hektik.
Fazit
Das Schlimmste scheint vorbei; für die Baukonjunktur 2025/26 gilt: 2026 wird besser als 2025, doch die Erholung bleibt moderat. Deshalb zählen nüchterne Pläne mehr als Hoffnungen. Orientieren Sie sich an den WIFO-Zahlen und prüfen Sie regionale Besonderheiten. Konsultieren Sie zudem lokale Planer:innen und Baumeister:innen, die Märkte und Kapazitäten kennen. Nutzen Sie die nächsten 12 Monate, um Budgets, Losgrößen und Timings strategisch zu fixieren. So reduzieren Sie Stress, Risiken und oft auch Kosten.
Quellen und weiterführende Zahlen: viboe.at, report.at, handwerkundbau.at, wien.gv.at, wifo.ac.at, wifo.ac.at, wko.at, wko.at, trend.at, bmf.gv.at (Auswahl, Stand 10/2025)