Nach Jahren der Preisexplosion zeigt der Baukostenindex 2025 eine Atempause. 2025 stabilisieren sich die Baukosten im Wohnbau in Österreich spürbar. Das ist für Bauherr:innen, Käufer:innen und kleine Investor:innen eine Erleichterung. Allerdings fallen die Kosten nicht, sie steigen lediglich deutlich langsamer. Daher wird die Budgetplanung endlich verlässlicher. Gleichzeitig entstehen bessere Verhandlungsspielräume. Nutzen Sie dieses Fenster und bereiten Sie Finanzierung, Planung und Vergabe vor.
So lesen Sie den Baukostenindex 2025 richtig
Der Baukostenindex 2025 (Kostenmaßstab für Bauunternehmen) der Statistik Austria ist das zentrale Barometer für Baukosten in Österreich. Er zeigt, wie sich Ausgaben für Betriebe entwickeln – vor allem Lohnkosten und Materialpreise. Für Sie als Auftraggeber:in ist er indirekt relevant, denn er beeinflusst Kalkulationen, Angebote und die Verlässlichkeit Ihrer Kostenprognosen. Zudem gilt: Der Baukostenindex unterscheidet sich vom Baupreisindex (Preisniveau für Auftraggeber:innen). Genau dort liegt 2025 die spannende Entwicklung.
Der Baukostenindex zeigt Kosten der Betriebe, der Baupreisindex die abgerechneten Preise für Sie. Deshalb können sich beide Indizes unterschiedlich bewegen. So erklärt sich, warum 2025 trotz steigender Kosten günstigere Angebote möglich sind.
Wichtig sind Trend und Niveau, nicht Monatswerte.
2025: Stabilisierung statt weiterer Preisschocks
Zur Einordnung: 2023 explodierten die Baupreise mit über 7 % im Hochbau – dramatisch. 2024 beruhigte sich das deutlich: nur noch 1,6 % im Hochbau und 0,9 % im Tiefbau. Der Baukostenindex 2025 für Wohnhaus- und Siedlungsbau zeigt im April 129,6 Indexpunkte, also +3,3 % gegenüber April 2024. Im September lag er bei 130,3. Das ist zwar weiterhin ein Anstieg. Allerdings verläuft der Index seit dem Frühjahr weitgehend stabil. So blieb er im April gegenüber März 2025 unverändert. Damit ist die Dynamik heraus.
Warum Kosten steigen, Preise aber sinken
Hier öffnet sich die Schere – und das ist für Ihr Baubudget relevant: Die Baukosten der Unternehmen steigen weiter, während die Baupreise für Auftraggeber sinken. Gründe sind höhere Lohnkosten und einzelne Materialengpässe. Gleichzeitig ist die Nachfrage gebremst. Im Marktumfeld signalisiert der Baukostenindex 2025 stabile Tendenzen, weshalb Unternehmen ihre Mehraufwände nicht eins zu eins weitergeben; sie akzeptieren knappere Margen. Für Sie bedeutet das oft günstigere Angebote. Besonders bemerkenswert: Im ersten Quartal 2025 stiegen die Preise im Wohnhaus- und Siedlungsbau gegenüber dem Vorjahr nur um 0,1 % – im Hochbau nur 0,1 %, im Tiefbau 0,7 %. Somit kommt die Preissteigerung faktisch zum Stillstand.
Was bedeutet das konkret für Sie?
Erstens wird Ihre Budgetplanung belastbarer. Nach der Volatilität der letzten Jahre können Sie Kosten realistischer kalkulieren. Zweitens sinken Risikozuschläge in Angeboten, weil stabile Indizes weniger Unwägbarkeiten bedeuten. Drittens lassen sich Offerte besser vergleichen, da kurzfristige Ausschläge fehlen. Viertens lohnt der Blick auf die Preisgleitungsklausel (vertragliche Indexanpassung): Bei Kopplung an den Baukostenindex fallen spätere Nachschläge geringer aus. Außerdem: Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung – jetzt unverbindlich Beratung anfordern.
Worauf Sie 2025 achten sollten
Folgende drei Schritte helfen Ihnen, das Marktfenster 2025 wirksam zu nutzen.
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Timing klug nutzen und ausschreiben
2025 ist ein gutes Jahr für Ausschreibungen; die Lage ist günstiger als 2023.
- Starten Sie früh und definieren Sie Prioritäten.
- Schreiben Sie Leistungen klar aus, inklusive Optionen.
- Planen Sie Puffer ein, setzen Sie realistische Fristen und prüfen Sie Materialalternativen.
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Angebote strukturiert vergleichen
Vergleichen Sie auf gleicher Basis und beachten Sie Risiken.
- Gleichen Sie Leistungsbilder und Mengenansätze sorgfältig ab.
- Prüfen Sie Preisgleitungsklauseln und Nebenangebote systematisch.
- Berücksichtigen Sie regionale Besonderheiten, etwa Fachkräfteverfügbarkeit.
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Klauseln und Finanzierung prüfen
Sichern Sie Verträge ab und passen Sie die Finanzierung an.
- Klären Sie Preisgleitungsklausel (indexbasierte Anpassung).
- Reduzieren Sie Finanzierungspuffer angemessen, behalten Sie jedoch Reserven.
- Nutzen Sie das Umfeld als Argument bei Banken und dokumentieren Sie Annahmen.
Kurz-Check für Bauprojekte
- Definieren Sie Projektziel, Budget und Terminplan. Danach priorisieren Sie Leistungen und entscheiden über Optionen sowie Reserven.
- Prüfen Sie die Marktlage und regionale Besonderheiten, etwa Fachkräfte und Logistik.
- Aktualisieren Sie die Kostenschätzung. Zudem gleichen Sie sie mit dem aktuellen Baukostenindex 2025 und Ihrem Leistungsumfang ab.
- Erstellen Sie ein klares Leistungsbild und schreiben Sie transparent aus.
- Fordern Sie mehrere Angebote an und setzen Sie realistische Fristen.
- Vergleichen Sie Angebote strukturiert. Außerdem bewerten Sie Qualität, Termine, Risiken und Preisgleitungsklauseln.
- Verhandeln Sie zielgerichtet. Daher adressieren Sie offene Punkte früh, klären Sie Indexbindungen und sichern Sie Fixpreise, wo sinnvoll und vertraglich möglich.
- Schließen Sie Verträge sauber ab. Schließlich richten Sie Finanzierung und Puffer an der Stabilisierung aus und dokumentieren Annahmen für die Kreditgespräche.
Fazit
2025 bringt keine Rückkehr zu den Baukosten von 2019. Dennoch liefert das Jahr etwas Wichtigeres: Kalkulierbarkeit. Die Preisexplosion ist vorbei, der Markt stabilisiert sich. Daher können Sie Ihr Projekt fundiert planen, Angebote besser vergleichen und Risiken steuern. Nutzen Sie dieses Zeitfenster, um Vorhaben konkret zu machen, auszuschreiben und zu beauftragen. So sichern Sie verlässliche Preise ohne böse Überraschungen.
Quellen: solidbau.at, bitberry.cloud, report.at, infina.at, statistik.at, statistik.at, immomedien.at, ahk.de, wko.at, oenb.at – Auswertungen und Meldungen zu Baukosten, Baupreisen und Markttrends in Österreich.