Fragen Ihre Baufirma plötzlich nach Energiekennwerten, CO₂‑Bilanzen und Materialherkünften? Dahinter steckt die CSRD, eine EU‑Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ab dem Berichtsjahr 2025 gilt sie in Österreich für große Bau‑ und Immobilienunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden. Deshalb verlangen viele Betriebe projektgenaue Daten – auch von Ihrem Haus, Ihrer Sanierung oder Anlage. Für CSRD Bauprojekte bedeutet das: mehr Transparenz, verlässliche Unterlagen und bessere Chancen bei Finanzierung und Förderung.
CSRD Bauprojekte kurz erklärt – Ihr Vorteil
Die Corporate Sustainability Reporting Directive verpflichtet große Unternehmen zu geprüften Nachhaltigkeitsberichten nach ESRS‑Standards (einheitliche EU‑Berichtsstandards). Anders als früher reichen freiwillige Angaben nicht mehr aus. Stattdessen müssen Bauprojekte messbare Daten liefern – von Materialien bis Energie. Zudem berichten die Unternehmen ab 2026 über das Jahr 2025. Daher sammelt Ihre Baufirma Informationen aus jedem Auftrag. Für CSRD Bauprojekte bedeutet das: klarere Planung, belastbare Nachweise und eine bessere Basis für Förderungen oder „Green Loans“.
Gerade 2025/26 spielt die Umstellung eine große Rolle. Gleichzeitig profitieren Sie von standardisierten Energiekennwerten, Materiallisten und Entsorgungskonzepten. So werden Anträge, Versicherungen und spätere Verkäufe einfacher.
Kurz: CSRD Bauprojekte liefern Öko‑Daten.
Diese Projektdaten werden jetzt systematisch erfasst
Gefordert sind vor allem Energie und Klima: Lebenszyklus‑CO₂‑Emissionen, Energieverbräuche auf der Baustelle sowie Emissionen von Maschinen und Transporten. Außerdem zählen Materialien und Kreislaufwirtschaft: EPD‑Nachweise (Umweltproduktdeklarationen), Mengen, Abfälle, Entsorgungswege und Rezyklatanteile. Ferner rücken Lieferkette und EU‑Taxonomie (wie „grün“ ist das Projekt) in den Fokus. Klingt komplex? Dennoch führt genau diese Erfassung zu besserer Qualität und nachvollziehbaren Entscheidungen für Ihr Bauvorhaben – besonders relevant für CSRD Bauprojekte.
Was sich konkret für Bauherr:innen ändert
Erstens steigt die Materialtransparenz. Ihre Baufirma dokumentiert künftig genauer, welche Baustoffe verbaut werden und woher sie stammen. Daher können Sie gezielter nach dem CO₂‑Fußabdruck von Dämmvarianten oder nach der Holz‑ und Betonherkunft fragen. Zweitens werden Planungsunterlagen präziser: Energiekennwerte, detaillierte Materiallisten und Entsorgungskonzepte gehören standardmäßig dazu. Drittens rückt langfristige Qualität in den Vordergrund, weil Lebenszykluskosten über 30 oder 50 Jahre zählen. Viertens erleichtern saubere Daten Finanzierungen und Förderungen, etwa für „Green Loans“ oder die Sanierungsoffensive. Benötigen Sie Unterstützung? Dann Beratung anfordern.
Mögliche Kehrseite und reale Kosten
Ehrlicherweise verursacht die neue Dokumentation Aufwand. Prozesse müssen sich 2025/26 erst einspielen, gerade rund um CSRD Bauprojekte, wodurch Zeit und Kosten entstehen können. Deshalb rechnen einige Firmen mit moderaten Aufschlägen. Allerdings lassen sich Unterschiede erkennen: Unternehmen, die bereits digital arbeiten und Nachhaltigkeit verankert haben, benötigen meist weniger Zusatzaufwand als Nachzügler. Unser Tipp: Sprechen Sie diese Punkte im Angebot offen an, vergleichen Sie die Herangehensweisen und vereinbaren Sie klare Leistungen, Termine und Datenschnittstellen.
So nutzen Sie die CSRD zu Ihrem Vorteil
Stellen Sie Fragen, fordern Sie Nachweise ein und denken Sie langfristig.
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Die richtigen Fragen stellen
Fragen Sie, wie die Baufirma Daten erfasst und prüft. So sehen Sie Reifegrad und Qualität.
- Projektkennzahlen werden zentral gesammelt.
- Es gibt klare Verantwortliche und Prozesse je Gewerk.
- Lebenszyklus‑CO₂, Energieverbrauch und Abfälle werden erfasst, plausibilisiert, dokumentiert.
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Nachhaltigkeitsdaten aktiv einfordern
Bitten Sie um CO₂‑Bilanz, Materialliste und EPD‑Nachweise.
- Verlangen Sie EPDs zu den wichtigsten Baustoffen.
- Lassen Sie sich eine CO₂‑Bilanz für CSRD Bauprojekte und die Annahmen dahinter erläutern.
- Fordern Sie Angaben zu Abfallmengen, Entsorgungswegen und Rezyklatanteilen an.
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Förderungen gezielt nutzen
Nutzen Sie saubere Daten für Förderungen und bessere Konditionen.
- Unterlagen helfen bei Wohnbauförderung der Länder.
- Banken koppeln Konditionen zunehmend an Nachhaltigkeitskriterien.
- CSRD‑Daten erleichtern Anträge, Prüfungen und spätere Vermietung oder Verkauf.
Konkrete Fragen an Ihre Baufirma
- Wie erfassen und speichern Sie Projektdaten aktuell und welche Nachweise liefern Sie ab 2026 für das Berichtsjahr 2025 – insbesondere für CSRD Bauprojekte?
- Nutzen Sie EPD‑Nachweise für zentrale Baustoffe, und wie prüfen Sie deren Gültigkeit?
- Wie berechnen Sie den Lebenszyklus‑CO₂‑Fußabdruck des Projekts, und welche Systemgrenzen und Annahmen verwenden Sie dabei?
- Wie erfassen Sie Energieverbräuche auf der Baustelle und Transportemissionen?
- Wie steuern Sie Abfallmengen, Entsorgungswege und Recyclingquoten?
- Wie bewerten Sie Lieferantenrisiken und dokumentieren die EU‑Taxonomie‑Konformität des Projekts entlang der Kette?
- Welche Dokumente stellen Sie mir für Förderungen und Versicherungen zur Verfügung, und in welchem Format erhalte ich Energiekennwerte, Materiallisten und CO₂‑Bilanzen?
- Welche digitalen Prozesse nutzen Sie, um Daten konsistent zu erfassen, zu prüfen und zu übergeben, und welche Auswirkungen hat das auf Termine und Kosten?
Fazit
Die CSRD bringt neue Pflichten für Bauunternehmen; für CSRD Bauprojekte eröffnet sie Ihnen konkrete Vorteile. Sie erhalten mehr Transparenz zu Materialien und Energie, präzisere Planungsunterlagen und einen stärkeren Fokus auf langfristige Qualität. Deshalb werden Förderungen und Finanzierungen oft einfacher. Nutzen Sie die Übergangsphase 2025/26, stellen Sie die richtigen Fragen und wählen Sie Partner, die die Anforderungen als neuen Standard verstehen – nicht als lästige Pflicht.
Quellen: EU‑CSRD und ESRS (Amtliche Dokumente), nationale Leitfäden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, Praxisinfos der Baubranche, FMA‑Hinweise sowie EPD‑Datenbanken und relevante Normenreihen; Auswahl und Zusammenfassung ohne Gewähr.