Elementarschutz Österreich: Lücken in Policen vermeiden

Elementarschutz Österreich: Lücken in Policen vermeiden

Elementarschutz Österreich

Extreme Wetterereignisse nehmen zu, dadurch steigen die Prämien (jährliche Versicherungsbeiträge) spürbar. Viele Versicherer passen 2025 Bedingungen und Selbstbehalte an, einzelne ziehen sich aus Hochrisikozonen zurück. Elementarschutz Österreich heißt für Bauherr:innen, Käufer:innen und kleine Investor:innen: die eigene Polizze (Versicherungsvertrag) rechtzeitig prüfen, idealerweise vor der kalten Jahreszeit. Wer jetzt Leistungen, Summen und Ausschlüsse klärt, schließt Deckungslücken, bevor Schäden durch Starkregen, Hochwasser oder Schnee teuer werden.

So hat sich 2025 wirklich geändert

Die Versicherungsbranche reagiert auf gestiegene Schadenzahlen. Im ersten Halbjahr 2025 ist das österreichische Prämienvolumen um knapp 5 Prozent angewachsen – ein klares Signal für eine Neubewertung der Risiken. Für Haushaltsversicherungen zahlen Sie in nicht gefährdeten Gegenden mit Basis-Elementarschutz zwischen 100 und 187 Euro pro Jahr, mit erweitertem Schutz zwischen 148 und 250 Euro. Bei Eigenheimen liegen die Spannen deutlich höher: 570 bis 1.389 Euro (Standard) sowie 1.074 bis 1.566 Euro (erweitert). Dennoch bleibt die Frage nach Deckungslücken.

Klingt moderat? Nur auf den ersten Blick. Denn das eigentliche Problem liegt selten bei der Prämie, sondern bei unbemerkten Lücken im Schutz. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Leistungen, Summen und Ausschlüsse – bevor der nächste Winter und Starkregen anklopfen.

Prüfen Sie, was Ihre Police leistet.

Unterversicherung: Die teure, oft übersehene Falle

Laut aktuellen Analysen wählt nur etwa ein Viertel aller österreichischen Hausbesitzer einen erweiterten Naturkatastrophenschutz – obwohl der Unterschied erheblich ist. Mit Basis-Schutz erhalten Sie bei Hochwasser, Muren oder Überschwemmungen meist 3.000 bis 7.500 Euro. Mit erweitertem Schutz dagegen 20.000 bis 30.000 Euro. Ein überfluteter Keller mit Heizschaden, beschädigten Elektroinstallationen und nassen Wänden kann jedoch rasch 50.000 Euro kosten. Der Katastrophenfonds (staatlicher Hilfsfonds) zahlt im Regelfall nur 20 Prozent; den Rest tragen Sie.

Police: Elementarschutz Österreich – was gehört?

Unbedingt gedeckt sein sollten Überschwemmung durch Hochwasser, Rückstau und Starkregen, Vermurung und Schlammeintrag, Erdrutsch sowie Hagel und Schneedruck. Zudem sollten Schäden an Wänden, Böden, Elektroinstallationen und Möbeln enthalten sein. Wichtig sind auch klare Summen und realistische Selbstbehalte (Eigenanteile). Prüfen Sie daher, ob die Elementarschadenversicherung explizit abgeschlossen wurde oder nur als schwache Zusatzoption läuft. Steht „Hochwasser“ wirklich in der Deckungsbeschreibung? Sind Keller und Nebengebäude eingeschlossen? Achten Sie außerdem auf regionale Ausschlüsse und Sublimits (Teil-Höchstgrenzen). Für einen schnellen Check können Sie jetzt eine Beratung anfordern.

Risikozonen realistisch bewerten

Leben Sie in einer HQ30-Zone (30-jährliches Hochwasserrisiko) oder höher? Dann hat sich 2025 tatsächlich etwas bewegt. Nach Jahren mit kaum Versicherungsschutz gibt es wieder Anbieter mit erweitertem Schutz. Allerdings sind die Prämien nicht günstig: Für Haushaltsversicherungen in Risikozonen zahlen Sie schnell 200+ Euro pro Jahr, für Eigenheime über 1.500 Euro. Erkundigen Sie sich daher bei Ihrer Gemeinde, ob Ihre Adresse in einer Gefahrenzone liegt. Diese Information ist zudem Voraussetzung für mögliche staatliche Unterstützung im Katastrophenfall.

Pflichtversicherung: Stand der Debatte

Österreich diskutiert eine Pflichtversicherung; Mehrkosten ca. 150 Euro.

  1. Deckung gezielt prüfen

    Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Naturgefahren abgedeckt sind; ergänzen Sie fehlende Bausteine rechtzeitig.

    • Überschwemmung inkl. Rückstau, Starkregen
    • Vermurung, Schlammeintrag sowie Erdrutsch berücksichtigen
    • Hagel und Schneedruck sowie Schäden an Wänden, Böden, Elektroinstallationen und Möbeln abdecken
  2. Polizze und Bedingungen hinterfragen

    Fragen Sie aktiv nach, dokumentieren Sie Antworten und vergleichen Sie Formulierungen verschiedener Anbieter.

    • Elementarschaden explizit abgeschlossen – oder nur Zusatzoption?
    • Steht „Hochwasser“ eindeutig in der Deckungs- und Leistungsbeschreibung?
    • Sind Keller und Nebengebäude versichert, inklusive Inhalte und Technik?
  3. Kosten und Grenzen beachten

    Prüfen Sie Selbstbehalte und regionale Ausschlüsse; achten Sie außerdem auf Sublimits und Fristen.

    • Selbstbehalte realistisch wählen und finanziell einplanen.
    • Regionale Ausschlüsse und Risikozonen klar identifizieren.
    • In Hochrisikogebieten bieten manche Versicherer 2025 keine Deckung oder nur teure Pakete mit Sublimits.

Ihre nächsten Schritte bis Winter

  1. Zunächst lesen Sie Ihre Polizze vollständig, inklusive Klauseln und Anhängen. So erkennen Sie Lücken früh.
  2. Danach klären Sie mit dem Versicherer konkret, welche Naturgefahren gedeckt sind und welche Summen gelten.
  3. Vergleichen Sie Angebote; unabhängige Versicherungsmakler unterstützen häufig kostenlos und verschaffen Ihnen realistischen Marktüberblick.
  4. Anschließend prüfen Sie Kellersicherung, Drainage und Hochwasserschranken.
  5. Handeln Sie vor Winter 2025/26, um Unwetter nicht ungeschützt zu begegnen.
  6. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob Ihre Adresse in einer Gefahrenzone liegt; das hilft auch im Katastrophenfall.
  7. Überprüfen Sie, ob Keller und Nebengebäude versichert sind; ergänzen Sie den Schutz rechtzeitig. Dadurch vermeiden Sie teure Lücken bei Schäden an Technik und Einrichtung.
  8. Prüfen Sie Selbstbehalte, Sublimits und regionale Ausschlüsse; dokumentieren Sie Entscheidungen, damit spätere Bauprojekte 2026 zum Schutz passen.

Fazit

Die Marktlage 2025 ist in Bewegung: Prämien steigen moderat, doch die wirklichen Risiken liegen in Deckungslücken. In Risikozonen gibt es wieder erweiterten Schutz, allerdings zu höheren Kosten. Gleichzeitig läuft die Debatte um eine Pflichtversicherung mit voraussichtlich rund 150 Euro Mehrkosten pro Haushalt. Deshalb sollten Sie Ihren Schutz jetzt prüfen, vergleichen und gezielt nachbessern – idealerweise noch vor der kalten Jahreszeit.

Quellen: durchblicker.at, kleinezeitung.at, businessverzeichnis.at, heute.at, rechnungshof.gv.at, fma.gv.at, finanz-vergleich.at, arbeiterkammer.at

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