EUDR Nachweispflicht Holz: was Bauprojekte jetzt ändert

EUDR Nachweispflicht Holz: was Bauprojekte jetzt ändert

EUDR Nachweispflicht Holz

Ihr Traumhaus steht kurz vor der Fertigstellung – doch plötzlich verzögert sich die Holz‑Terrasse. Der Grund: fehlende Herkunftsnachweise. Ab Ende 2025 greift die EU‑Entwaldungsverordnung (EUDR) mit strengeren Nachweisen für Holzprodukte; die EUDR Nachweispflicht Holz wird zum verbindlichen Standard. Daher betrifft das Thema auch Bauherr:innen, Käufer:innen und Investor:innen in Österreich. Planen Sie rechtzeitig, denn Lieferzeiten, Auswahl und Kosten können sich ändern. Klare Nachweise schaffen zugleich Sicherheit und Vergleichbarkeit für Ihr Projekt.

EUDR kurz erklärt: Ziel und Umfang

Die EU‑Entwaldungsverordnung ist seit Juni 2023 in Kraft und soll die globale Entwaldung eindämmen. Künftig dürfen nur Produkte verkauft werden, die nachweislich entwaldungsfrei sind. Entwaldungsfrei bedeutet: Die Rohstoffe stammen nicht von Flächen, die nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet wurden. Die Regeln erfassen sieben Rohstoffgruppen: Holz, Kaffee, Kakao, Palmöl, Soja, Rindfleisch und Gummi. Für Ihr Bauvorhaben ist vor allem Holz relevant – und zwar Tropenholz ebenso wie heimische Hölzer. Für Bauprodukte zählt daher die EUDR Nachweispflicht Holz als Basis für transparente Auswahl und seriöse Vergleiche.

Ursprünglich sollte die EUDR Ende 2024 verpflichtend sein. Aufgrund intensiver Lobbying‑Arbeit wurde der Start auf den 30. Dezember 2025 verschoben. Ab dann müssen geprüfte Nachweise entlang der Lieferkette vorliegen.

Ab 30. Dezember 2025 gilt die Nachweispflicht.

Darum betrifft die EUDR Nachweispflicht Holz Bauprojekte

Die Anforderungen greifen über die gesamte Lieferkette. Jedes Holzprodukt benötigt eine Sorgfaltserklärung, also die Dokumentation der Prüfung. Diese umfasst unter anderem: Geolokalisierungsdaten der Anbauflächen bis auf die Parzelle, Name, Menge und Ursprungsland, Angaben zu allen Handelspartnern sowie den Nachweis der legalen Nutzung im Erzeugerland. Folglich betrifft das Parkett, Türen, Fenster, Fassaden, Konstruktionsholz, Platten und sogar Möbel. Für Auftraggeber:innen bedeutet die EUDR Nachweispflicht Holz, dass Unterlagen frühzeitig eingefordert und systematisch abgelegt werden sollten.

Konkrete Auswirkungen auf Ihr Bauprojekt

Ab 2025 sollten Sie mit längeren Lieferzeiten rechnen, weil Unternehmen Nachweise beschaffen und prüfen müssen. Daher sind größere Vorlaufzeiten sinnvoll. Zusätzlich werden höhere Preise erwartet, da der bürokratische Aufwand in die Kalkulation einfließt. Besonders Produkte mit komplexen Lieferketten sind betroffen. Gleichzeitig fließen EUDR‑Vorgaben früher in Ausschreibungen ein, was die Produktauswahl einschränken kann. Anbieter, die nicht rechtzeitig konform sind, fallen vorübergehend aus. Somit drohen Engpässe bei einzelnen Holzprodukten. Bei Projekten mit hohem Holzanteil sind Terminrisiken wahrscheinlicher; alternative Lose und flexible Detailplanungen reduzieren Folgeschäden.

So reagieren Sie jetzt am besten

Planen Sie frühzeitig und sprechen Sie bereits in der Entwurfsphase mit Handwerker:innen sowie Lieferant:innen über EUDR‑Anforderungen. Klären Sie, welche Holzprodukte ab 2025 verfügbar sind. Bevorzugen Sie heimische und europäische Hölzer, denn kürzere, transparentere Lieferketten erleichtern die Nachweise. Kalkulieren Sie großzügige Pufferzeiten für kritische Bauabschnitte ein. Fordern Sie schriftliche Bestätigungen zur EUDR‑Konformität an und verweisen Sie explizit auf die EUDR Nachweispflicht Holz. Prüfen Sie außerdem alternative Materialien, falls Holz knapp oder teuer wird. Bei Unsicherheit: Beratung anfordern.

Gilt das auch für heimisches Holz?

Ja. Die EUDR gilt EU‑weit. Daher sind bei österreichischem Holz Nachweise Pflicht.

Drei Hebel für sichere Entscheidungen

Setzen Sie auf frühe Planung, transparente Lieferketten und saubere Dokumente.

  1. Planung und Zeitpuffer sichern

    Starten Sie früh und planen Sie Vorlauf ein. So federn Sie Lieferzeiten ab und halten Meilensteine.

    • Zeitleiste mit Puffer je Holzgewerk
    • Bestellstichtage mit allen Gewerken früh fixieren
    • Kritische Abschnitte (z. B. Fassade, Ausbau) priorisieren und alternative Lose vorbereiten
  2. Lieferkette verstehen und bewerten

    Fragen Sie aktiv nach Sorgfaltserklärungen und Warenwegen.

    • Geolokalisierung bis Parzelle und Ursprungsland prüfen
    • Handelspartner entlang der Kette dokumentieren und vergleichen
    • Nachweis der legalen Nutzung im Erzeugerland einfordern
  3. Dokumentation und Alternativen

    Sichern Sie Nachweise und prüfen Sie ersatzweise Materialien.

    • Schriftliche Bestätigungen systematisch einholen
    • Heimische Hölzer bevorzugen, sofern verfügbar
    • Für unkritische Anwendungen alternative Materialien evaluieren

Ihre nächsten Schritte

  1. Prüfen Sie den Bauzeitenplan und identifizieren Sie Holzabhängigkeiten. Danach definieren Sie realistische Bestell‑ und Lieferfenster mit Puffer.
  2. Sprechen Sie mit Lieferant:innen über EUDR‑Konformität und Verfügbarkeit ab 2025. Dokumentieren Sie Antworten strukturiert.
  3. Lassen Sie sich Sorgfaltserklärungen zusagen. Fordern Sie Geodaten, Ursprungsland, Handelspartner und Legalitätsnachweis vor Vertragsabschluss an.
  4. Bevorzugen Sie heimische Hölzer, sofern technisch passend. Dadurch wird die Nachweisführung meist einfacher.
  5. Hinterlegen Sie EUDR‑Kriterien in Ausschreibungen und Verträgen, mit klarem Bezug auf die EUDR Nachweispflicht Holz.
  6. Kalkulieren Sie Preisaufschläge ein und prüfen Sie Alternativen für weniger kritische Anwendungen, etwa Platten oder einzelne Möbel.
  7. Planen Sie Materialpuffer für kritische Bauphasen ein. Koordinieren Sie Schnittstellen zwischen Gewerken, damit Verzögerungen nicht auf andere Leistungen übergreifen.
  8. Verfolgen Sie die Marktentwicklung bis Ende 2025. Halten Sie regelmäßige Jour‑fixe mit Planung und Ausführung ab, um Risiken laufend zu bewerten.

Fazit

Ab dem 30. Dezember 2025 sind detaillierte Nachweise für Holz und Holzprodukte Pflicht. Dadurch ändern sich Lieferzeiten, Preise und die Produktwahl. Wer früh plant, Puffer einbaut und EUDR‑Konformität konsequent dokumentiert, reduziert Risiken deutlich. Nutzen Sie die Übergangszeit, um Lieferketten zu prüfen, Alternativen zu bewerten und Ausschreibungen anzupassen. Mit Blick auf die EUDR Nachweispflicht Holz bleibt Ihr Projekt trotz neuer Regeln planbar und verlässlich.

Quellen und weiterführende Hinweise: proholz.at (Überblick), ooe.lko.at (Praxis und Vermarktung), umweltbundesamt.at (Bericht), timber-construction.eu (Branchendiskussion), holzindustrie.at (Position)

Beratung anfordern