Viele Hausbesitzer in Österreich erleben derzeit eine unangenehme Überraschung: Gebäudeversicherung Österreich wird häufiger gekündigt oder deutlich teurer. Denn Elementarschäden (Schäden durch Naturereignisse) treiben die Kosten stark nach oben. 2025 verschärfen Versicherer Bedingungen und Prämien. Für Bauherr:innen, Käufer:innen und Investor:innen heißt das: höhere Beiträge, strengere Auflagen und mehr Eigenverantwortung. Deshalb zeigen wir, wie Sie Ihren Schutz sichern, Kosten dämpfen und rechtzeitig die richtigen Schritte setzen.
So reagieren Versicherer 2025/26
Die Branche bestätigt: „Die Tarife am Markt sind zu gering.“ Folglich erhöhen viele Anbieter die Eigenheim-Prämien stark oder kündigen sogar bestehende Verträge. Zudem zeigen sich erhebliche Preisunterschiede je nach Anbieter und Leistung: Von wenigen hundert Euro bis über 1.000 € jährlich, insbesondere bei größeren oder hochwertigen Objekten. Die Kostensteigerungen werden bereits mit Jänner bzw. Februar 2025 schlagend. Allerdings haben manche Versicherer Anpassungen erst für April 2025 angekündigt.
Für private Bauherr:innen bedeutet das spürbar höhere Kosten, strengere Bedingungen und mehr Eigenverantwortung. Daher lohnt sich ein früher Versicherungsvergleich. Starten Sie jetzt mit einer nüchternen Bestandsaufnahme.
Deshalb zählt jetzt aktives Handeln.
Diese Änderungen treffen Sie jetzt besonders
Zunächst steigen die Selbstbehalte (Anteil, den Sie bei Schäden selbst zahlen). Wo früher 150 € üblich waren, verlangen Versicherer nun oft deutlich mehr, besonders bei Elementarschäden. Außerdem werden Deckungen in hochgefährdeten Gebieten gedeckelt oder einzelne Risiken ausgeschlossen. Darüber hinaus verlangen Anbieter vermehrt Präventionsnachweise, etwa bauliche Schutzmaßnahmen, um überhaupt versicherbar zu bleiben. Schließlich verschärfen sie Annahmerichtlinien (Prüfkriterien bei Neuverträgen) und lehnen manche Objekte ab.
Indexklauseln richtig verstehen und prüfen
Ein oft übersehener Treiber sind Indexklauseln. Sie erhöhen automatisch Versicherungssumme und Prämie, meist auf Basis des Verbraucherpreisindex (VPI). Ziel ist es, Unterversicherung (zu niedrige Deckung im Verhältnis zum Wiederherstellungswert) zu vermeiden. Gerade bei steigenden Baupreisen ist das in der Gebäudeversicherung Österreich sinnvoll, dennoch verteuert es den Schutz Jahr für Jahr. Deshalb sollten Sie regelmäßig prüfen, ob die Versicherungssumme noch realistisch ist. Eine zu hohe Summe kostet unnötig Prämie, eine zu niedrige führt im Schadenfall zu Kürzungen. Benötigen Sie Unterstützung? Dann hier kurz Beratung anfordern.
Regionen mit erhöhtem Schadenrisiko
Besonders im Fokus stehen Regionen mit Hochwasser- oder Sturmrisiko. Dazu zählen das Burgenland mit häufigen Gewitterfronten, Teile Niederösterreichs entlang der Donau sowie Wiener Bezirke in Flussnähe. Hier steigen Prämien überproportional; gleichzeitig verlangen Versicherer häufiger bauliche Schutzmaßnahmen. Mitunter werden Entschädigungsleistungen gedeckelt oder bestimmte Schäden ausgeschlossen. Daher sollten Eigentümer in diesen Lagen ihr Risiko frühzeitig bewerten und erforderliche Nachweise planen, um weiterhin Versicherungsschutz zu erhalten.
Gebäudeversicherung Österreich: So handeln Sie
Zunächst Verträge prüfen, danach Angebote vergleichen. Dann Maßnahmen planen.
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Bauliche Prävention planen
Investieren Sie in Schutz gegen Sturm, Hagel und Wasser. Damit sinkt Ihr Risiko, Konditionen verbessern sich.
- Rückstausicherer im Keller einplanen.
- Dachflächen zusätzlich befestigen und sturmsicher ausführen.
- Retentionslösungen zur temporären Wasserspeicherung vorsehen; Hochwasserspitzen reduzieren.
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Verträge prüfen und vergleichen
Jetzt Übergangszeit nutzen und Tarife sauber vergleichen.
- Angebote mehrerer Anbieter mit identen Parametern einholen.
- Deckungssummen, Indexklauseln und regionale Zuschläge direkt gegenüberstellen.
- Polizze laufend aktualisieren und rechtzeitig Kündigungsfristen beachten.
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Selbstbehalt und Rabatte nutzen
Selbstbehaltmodelle sind rund 23 % günstiger. Zudem helfen Kombitarife.
- Höheren Selbstbehalt wählen, wenn Budget stabil ist.
- Mehrere Versicherungen beim selben Anbieter bündeln und Rabatte nutzen.
- Gleichzeitig prüfen, ob der Verzicht auf Vollschutz zum Risikoprofil passt.
Ihr 6–12-Monate-Fahrplan
- Risiko am Standort erheben (Hochwasser, Sturm, Hagel) und Gefährdungsklassen prüfen; danach klare Prioritäten festlegen.
- Bestehende Polizze samt Deckungen, Selbstbehalt und Ausschlüssen strukturiert durchsehen.
- Objektdaten aktualisieren: Wohn-/Nutzflächen, Baujahr, Qualität, Wert. Dadurch vermeiden Sie Unter- oder Überversicherung.
- Angebote mit einheitlichen Parametern bei mehreren Anbietern einholen.
- Bauliche Schutzmaßnahmen planen, Kosten kalkulieren und Nachweise sammeln.
- Entscheiden, welcher Selbstbehalt finanzierbar ist; folglich Prämie-Risiko-Verhältnis optimal justieren.
- Vertrag rechtzeitig nachverhandeln oder wechseln; vor April 2025, sofern Anpassungen angekündigt sind, um bessere Konditionen zu sichern.
- Dokumentation ordnen und jährliche Indexanpassung prüfen; zudem regelmäßig vergleichen, ob Leistungen, Summen und Ausschlüsse noch zum Projekt passen.
Fazit
Die nächsten 6 bis 12 Monate sind entscheidend. Gebäudeversicherung wird 2025 zum aktiven Managementthema. Wer frühzeitig prüft, vergleicht und bauliche Vorsorge plant, verbessert seine Verhandlungsposition. Außerdem lassen sich so Kosten dämpfen, ohne den Schutz zu gefährden. Deshalb gilt: rechtzeitig handeln, Unterlagen ordnen und passende Tarife sichern. Somit bleibt Ihr Eigenheim trotz neuer Bedingungen in der Gebäudeversicherung Österreich verlässlich abgesichert.
Quellen: Marktinfos und Meldungen von merkur.at, fip-s.at, finanz-vergleich.at, arbeiterkammer.at, kleinezeitung.at – redaktionell geprüft, Stand Dezember 2024, aus Österreich, branchenübergreifend.