Der Sommer 2025 brachte Tropennächte und anhaltende Hitzewellen. Dadurch heizen sich schlecht geplante Wohnungen stark auf. Sommerlicher Wärmeschutz wird damit zentral. Somit sinkt der Wohnkomfort, und der Schlaf leidet. Zugleich steigen Stromkosten, wenn mobile Klimageräte einspringen. Die gute Nachricht: Mit kluger Planung bleibt Ihr Zuhause angenehm. Denn die OIB-Richtlinie 6 (Regelwerk des Österreichischen Instituts für Bautechnik) macht sommerlichen Wärmeschutz (Schutz vor Überhitzung) zur Pflicht. Wer jetzt baut oder saniert, profitiert doppelt.
So erfüllen Sie die OIB-Richtlinie 6
Die Richtlinie verlangt, dass die operative Temperatur (wahrgenommene Raumtemperatur) festgelegte Grenzwerte nicht überschreitet. Je heißer der Standort, desto strenger fällt die Anforderung aus. Deshalb gelten in Wien andere Grenzwerte als etwa in Galtür, da die Hitzebelastung variiert. Maßgeblich ist der Nachweis, dass Ihr Gebäude im Sommer ausreichend kühl bleibt. Obwohl zuletzt über Lockerungen diskutiert wurde, bleibt dieser Nachweis verpflichtend. Zudem prüfen Behörden und Sachverständige ihn zunehmend genau. Planen Sie ihn daher früh ein.
Wenn Sie bauen oder renovieren, sichern Sie den Nachweis idealerweise schon in der Entwurfsphase. So vermeiden Sie Verzögerungen. Dafür können Sie unverbindlich eine Beratung anfordern.
Worum es wirtschaftlich wirklich geht
Darum spart sommerlicher Wärmeschutz Geld und Nerven
Wer beim sommerlichen Wärmeschutz spart, zahlt später drauf. Denn fehlende Verschattung und unklare Technik führen oft zu Baumarkt-Klimageräten mit hohem Strombedarf. Das kennen viele: Tagsüber schwitzt die Familie in der Wohnung, und nachts ist erholsamer Schlaf kaum möglich. Die schnelle Lösung wirkt verlockend, kostet jedoch auf Dauer deutlich mehr als eine von Anfang an mitgedachte Kühlung. Außerdem drohen Streitigkeiten. Wer Überhitzung, Einbruch, Witterung oder Lärm erst später adressiert, muss Schutz oft mühsam zivilrechtlich einklagen.
Bewährte Lösungen für dauerhaft kühle Räume
Der wirksamste Hebel ist außenliegende Verschattung. Jalousien, Rollläden oder textile Markisen stoppen die Einstrahlung bereits vor dem Glas. Dadurch bleibt die Wärme draußen, deutlich effizienter als innenliegende Systeme. Ebenso wichtig ist die Fensterplanung. Große Südfenster sehen zwar gut aus, können jedoch zur Hitzequelle werden. Setzen Sie daher auf hochwertiges Sonnenschutzglas und bewusst dimensionierte Flächen. Zudem hilft Speichermasse: Betondecken und Ziegelwände puffern Wärme tagsüber und geben sie nachts ab – vorausgesetzt, Sie lüften richtig. Schließlich setzt die OIB-Richtlinie 6 stark auf Nachtlüftung. Planen Sie dafür ausreichend große, gegenüberliegende Öffnungen ein, damit warme Luft zuverlässig entweichen kann.
Regional und vorausschauend planen
In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sind die Anforderungen wegen höherer Durchschnittstemperaturen strenger als in Bergregionen. Deshalb rechnen sich hochwertige Sonnenschutzlösungen hier besonders. Prüfen Sie zudem die Orientierung: Schlafzimmer profitieren von Nord- oder Ostlagen, während Südseiten möglichst verschattet werden. Gleichzeitig nehmen Tropennächte weiter zu – ein Trend, der sich fortsetzt. Rüsten Sie Ihr Gebäude daher für die nächsten Jahrzehnte, nicht nur für heutige Sommer. So sichern Sie dauerhaft Komfort und reduzieren den Bedarf an Klimatisierung.
Empfehlungen für Ihr Projekt 2025/26
Die folgenden Schritte helfen, Nachweis und Komfort verlässlich zu erreichen.
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Nachweis frühzeitig absichern
Beauftragen Sie die Berechnungen bereits in der Planung. So bleibt genug Zeit für Optimierungen.
- Nachweis als Planungsziel festlegen.
- Berechnungen vor Einreichung iterativ abstimmen und dokumentieren.
- Alternativen prüfen, etwa Verschattung, Glasqualität oder Grundriss, und die Wirkung bewerten.
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Außenliegende Verschattung einplanen
Sie ist der stärkste Hitzeschutz und amortisiert sich.
- Jalousien, Rollläden oder Markisen früh koordinieren.
- Automatische Steuerungen mit Sensoren für Sonne und Wind vorsehen.
- Schnittstellen zu Fensterbau, Fassade und Elektrik sauber definieren.
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Renovieren mit Mehrwert
Nutzen Sie Sanierungen für bessere Fenster und Verschattung.
- Dreifachverglasung mit Sonnenschutz-Beschichtung prüfen.
- Alte Rollläden ersetzen, Dichtheit und Führungsschienen verbessern.
- Nachtlüftung ermöglichen, etwa durch gegenüberliegende Öffnungen.
Schritt-für-Schritt zum kühlen Zuhause
- Bedarfsanalyse durchführen: Nutzung, interne Lasten und Raumaufteilung klären. Danach sommerliche Risiken je Raum bewerten.
- Standort bewerten: Klimadaten, Stadtlage und Beschattungssituation aufnehmen, inklusive Nachbarbebauung.
- Vorplanung erstellen: Fenstergrößen, Orientierung und Sonnenschutzglas festlegen. Gleichzeitig erste Verschattungslinien skizzieren.
- Nachweis ansetzen: Wärmeschutz gemäß OIB-RL 6 berechnen und dokumentieren.
- Verschattung dimensionieren und Automatikfunktionen sinnvoll festlegen.
- Speichermasse nutzen: Decken und Wände einbinden, zudem Nachtlüftung über gegenüberliegende Öffnungen vorsehen.
- Raumprogramm optimieren: Schlafzimmer nach Norden oder Osten legen, stark besonnte Räume verschatten. Folglich sinkt die Überhitzungsgefahr und der Komfort steigt.
- Ausführung koordinieren und Qualität sichern: Schnittstellen zwischen Fensterbau, Fassade, Sonnenschutz und Steuerung prüfen. Abschließend den Nachweis dokumentieren.
Fazit
Sommerlicher Wärmeschutz nach OIB-Richtlinie 6 ist keine Bürokratieübung, sondern ein handfester Komfortgewinn. Mit außenliegender Verschattung, kluger Verglasung, Speichermasse und Nachtlüftung bleiben Räume auch bei 35 Grad im Schatten angenehm. Dadurch sinken Stromkosten, und Schlafqualität sowie Werterhalt steigen. Wer jetzt plant, vermeidet teure Notlösungen und Rechtsstreit. Setzen Sie daher früh an und holen Sie sich spezialisierte Unterstützung.
Quellen: bvst.at, archiphysik.at, weka.at, wien.gv.at, oib.or.at, wko.at – offizielle Infos und praxisnahe Leitfäden zu Nachweis, regionaler Auslegung und sommerlichem Überhitzungsschutz.