Ab Juli 2025 werden Wohnkredite Österreich flexibler, zugleich bleiben klare Leitplanken. Denn die KIM-Verordnung (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung) ist ausgelaufen. Statt harter Pauschalgrenzen gelten jetzt Best‑Practice‑Standards der FMA. Daher gewinnen Bauherr:innen, Käufer:innen und kleine Investor:innen mehr Spielraum bei Eigenkapital, Rate und Laufzeit. Gleichzeitig prüfen Banken Ausnahmen strenger. So nutzen Sie Chancen, ohne Risiken zu übersehen.
So ändern sich die Spielregeln 2025
Seit August 2022 setzte die KIM‑Verordnung klare Grenzen und schützte damit Markt und Haushalte. Mindestens 20 Prozent Eigenkapital, höchstens 40 Prozent Monatsrate vom Nettoeinkommen und maximal 35 Jahre Laufzeit begrenzten neue Kredite. Das Ziel war richtig: Stabilität sichern und Überschuldung vermeiden. Allerdings scheiterten dadurch viele junge Familien und Erstkäufer. Seit 1. Juli 2025 ist die Verordnung ausgelaufen. Folglich greifen nun erwartete Standards statt fixer Obergrenzen.
Die drei Grundregeln bleiben als Best‑Practice bestehen, sind jedoch keine starren Limits mehr. Banken dürfen in gut begründeten Ausnahmen flexibler agieren, etwa bei starker Bonität oder geförderten Projekten. Gleichzeitig müssen sie strenger prüfen und dokumentieren.
Mehr Flexibilität, dennoch klare Prüfungen
Eigenkapital, Rate, Laufzeit: Wohnkredite Österreich
Für Sie zählt nun vor allem, wie Banken Ihre Tragfähigkeit bewerten. Beim Eigenkapital sind Unterschreitungen möglich, sofern die Prüfung überzeugt. Bei der Rate dient die 40‑Prozent‑Marke weiterhin als Orientierung. Dennoch können Institute darüber gehen, wenn die Situation tragfähig ist. Bei der Laufzeit sind über 35 Jahre in Einzelfällen verhandelbar. Gleichzeitig dokumentieren Banken Gründe genauer. Daher lohnt sich eine saubere Vorbereitung, damit Ihre Unterlagen rasch überzeugen.
Eigenkapital: Ihre Chancen und klare Grenzen
Die frühere Mindestvorgabe lag bei 20 Prozent Eigenkapital, also maximal 90 Prozent Beleihung. Heute sind Ausnahmen möglich. Dennoch verlangen Banken bei weniger Eigenmitteln eine intensivere Prüfung und Begründung. Entscheidend ist der Beleihungsauslauf (Verhältnis Darlehen zu Immobilienwert). Je niedriger er ist, desto stabiler wirkt Ihr Vorhaben. 0 Prozent Eigenkapital bleiben daher unüblich. Bringen Sie 15–20 Prozent mit, erhöhen Sie Ihre Chancen deutlich. Außerdem verhandeln Sie bei Wohnkredite Österreich meist bessere Konditionen. Prüfen Sie Optionen frühzeitig und Beratung anfordern.
Rate und Laufzeit im Blick behalten
Die frühere 40‑Prozent‑Grenze der Monatsrate ist nicht mehr bindend. Für Wohnkredite Österreich orientieren sich seriöse Banken weiter daran. Ausnahmen sind möglich, erfordern aber strengere Nachweise. Kalkulieren Sie daher, ob die Rate auch bei Zinsanstiegen, Reparaturen oder Jobwechsel tragbar bleibt. Zudem ist die maximale Laufzeit von 35 Jahren keine starre Kante mehr. Längere Laufzeiten senken zwar die Rate, erhöhen jedoch die Gesamtzinsen. Bonität (Kreditwürdigkeit) und Haushaltsbudget entscheiden, was sinnvoll ist. Holen Sie bei Unsicherheit unabhängigen Rat ein.
Wer profitiert – und was bleibt
Junge Familien profitieren. Gleichzeitig bleiben Prüfungen und Kosten bestehen.
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Junge Haushalte mit Potenzial
Mehr Anträge scheitern nicht mehr automatisch. Dennoch zählt Vorbereitung. Zudem stärkt stabiles Einkommen Ihre Position.
- Ausnahmen bei geringerem Eigenkapital möglich.
- Gute Nachweise zu Einkommen und Rücklagen sind entscheidend.
- Achten Sie auf Puffer, damit Rate und Rücklagen auch bei Zinsanstieg tragbar bleiben.
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Was unverändert verbindlich bleibt
Prüfungen sichern Tragfähigkeit. Zudem zählen Nebenkosten mit.
- Deckungsfähigkeitsprüfung (Prüfung der Tragfähigkeit) bleibt Pflicht.
- Nebenkosten wie Makler, Notariat und Grundbuch erhöhen den Kapitalbedarf.
- FMA‑Leitlinien bleiben Orientierung, auch wenn sie nicht mehr bindend sind.
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So nutzen Sie die Lockerung
Verhandeln Sie gezielt und bleiben Sie beim Betrag konservativ.
- Vergleichen Sie mindestens drei belastbare Angebote.
- Nutzen Sie Flexibilität für Konditionen, nicht für eine höhere Summe.
- Holen Sie bei komplexen Fällen unabhängigen Rat ein und liefern Sie saubere Unterlagen.
Ihre nächsten Schritte 2025
- Vergleichen Sie mindestens drei Banken im persönlichen Gespräch. E‑Mail reicht oft nicht. So erkennen Sie Konditionen und Spielräume.
- Rechnen Sie Ihr Budget realistisch – mit 5–7 Prozent Zinspuffer und soliden Rücklagen.
- Nutzen Sie neue Flexibilität, um Zinsen, Tilgung und Laufzeit zu verbessern, nicht um eine höhere Summe aufzunehmen.
- Prüfen Sie den Beleihungsauslauf (Verhältnis Darlehen zu Immobilienwert) genau.
- Sammeln Sie Nachweise zu Einkommen, Eigenmitteln und Fixkosten.
- Kalkulieren Sie Nebenkosten (Makler, Notariat, Grundbuch) ein. Diese Positionen erhöhen den Kapitalbedarf spürbar.
- Simulieren Sie Zinsanstiege und alternative Tilgungsraten. Prüfen Sie, ob die Rate auch bei Reparaturen, Karenz oder Jobwechsel nachhaltig tragbar bleibt.
- Holen Sie bei Unsicherheit unabhängige Beratung. Dadurch vermeiden Sie teure Fehlentscheidungen und nutzen die neuen Möglichkeiten, ohne Ihre Reserven zu gefährden.
Fazit
Die Regeln für Wohnkredite Österreich sind lockerer, aber nicht grenzenlos. Seit 1. Juli 2025 ersetzt die FMA klare Pauschalen durch erwartete Standards. Dadurch steigen Ihre Chancen, zugleich wächst Ihre Verantwortung. Bringen Sie ausreichend Eigenkapital mit, prüfen Sie Rate und Laufzeit realistisch und verhandeln Sie klug. Nutzen Sie die neue Flexibilität für bessere Bedingungen – nicht zuletzt, um langfristig ruhig zu schlafen.
Quellen: wikifinia.at, fma.gv.at, check24.at, betterhomes.at, wko.at, infina.at, tirolrealestate.com, tiroler-immobilien.at, bankenverband.at